Pop-up Galerie in Leipzig

Was ist eigentlich eine Pop-up Galerie?

Neben den traditionellen Galerien gibt es auch Pop-up Galerien. Der Unterschied liegt beim Zeitraum. Während Galerien einen festen Standort besitzen, sind Pop-up Ausstellungen in neuen, frischen Räumlichkeiten und auf eine bestimmte Dauer begrenzt. Oftmals werden durch Umbau und Sanierungen Stadtviertel aufgewertet. Dadurch entsteht Leerraum, der kreativ genutzt werden kann. Für viele Künstler:innen ist eine Pop-up Ausstellung eine wichtige Möglichkeit, um sich von einer anderen Seite zu zeigen und neue Wege auszuprobieren. Ausstellungen in Pop-up Galerien sind meist etwas sehr Besonderes, da sie nur für den bestimmten Raum konzipiert wurden, aber gleichzeitig auch auf den neuen, ungewohnten Raum reagieren müssen.


Studierenden Kunstmarkt ist in erster Linie eine online Galerie, dennoch ist uns bewusst, wie wichtig es ist Kunst auch in einem persönlichen Rahmen, vor Ort zu erleben. Deshalb versuchen wir mindestens einmal im Jahr eine Veranstaltung anzubieten, bei der ihr unsere Künstler:innen und ihre Werke persönlich kennenlernen könnt.

 

Deshalb findet am Wochenende vom 13. bis 15. Mai eine Pop-up Ausstellung in Leipzig statt. In der Käthe Kollwitzstraße 5 wird es am 13.05. die große Vernissage Feier geben. Danach wird es das ganze Wochenende die Möglichkeit geben, die Arbeiten zu betrachten und natürlich auch zu kaufen.

Wir haben uns bei dieser Ausstellung für 7 besondere Künstler:innen entschieden, welche die SKM Community in Leipzig vertreten werden. Kuratiert von Erich Reich und Lili Theilen zeigen die Studierenden ihre aktuellsten Werke und nehmen euch mit, in die vielseitige Welt der modernen Kunst.

Vier der Künstler:innen möchten wir euch nun vorstellen:

Lukas Rosen, geboren am 24.09.1992 in Aachen studiert Illustration an der HAW in Hamburg und begeistert sich vorwiegend für Zeichnungen.   

„In meinen Arbeiten beschäftige ich mich viel mit der Kombination von Schrift und Bild sowie zwischenmenschlicher Interaktion. Generell versuche ich mich so weit wie möglich einzuschränken, um Überforderung und Ablenkung zu umgehen, deswegen sind meine Materialien auf wenige Papiersorten und Bleistifte reduziert. Auch in der Motivwahl und Kompositionswahl arbeite ich sehr eingeschränkt, in der Wiederholung finde ich Poesie und Abwechslung. In meinen Zeichnungen versuche ich surrealistisches mit melancholischem und Humor zu verbinden, besonders hinsichtlich zwischenmenschlicher Interaktion. Beeinflusst fühle ich mich von Menschen, die Musik machen. Daniel Johnston, Liz Harris, Isaac Brock. Alles eher schiefe Poesie. Ich halte nichts von Vorzeichnungen oder Planungen. Gutes Papier ist mir wichtig, genügend Licht und ein freier Kopf. Dann zeichne ich einfach darauf los.“

Margarita Kalinovska, geboren 1996 ist eine Malerin aus Tschechien/Weißrussland und derzeit in Leipzig ansässig. Sie studiert an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

Um ihren Schwerpunkt in der Malerei zu entwickeln, experimentiert Margarita seit mehreren Jahren mit Material, Abstraktion und Bildkomposition. Die ausgestellten Werke repräsentieren einige Phasen dieser andauernden Suche. Obwohl sich die Werke in ihrer ästhetischen Ausführung unterscheiden, sind sie durch ihre surrealistische Tendenzen und eine abstrakte Umgebung verbunden. Der Ausgangspunkt für die Motive ist in der Regel ein alltäglicher Gegenstand – oder eine Ansammlung von Gegenständen in einem Stillleben – dessen visuelle Wirkung in Margarita verschiedene emotionale Zustände hervorruft. Meistens handelt es sich um einen Gegenstand, der eine interessante Oberfläche, Spiegelung oder Struktur aufweist und eine besondere Symbolik trägt. Das kann z. B. ein zeitloser Stoff mit einer charakteristischen Webart oder ein trockener, verschrumpelter Kürbis mit phallischen Symbolik sein. Aus denen entwickelt sie dann auf der Basis einer freien Assoziation ihre Kompositionen. Beispielsweise in ihrem neusten Gemälde “Redemption” (2022) entfernt sie den Boden aus dem Stillleben und lässt die Objekte in der Luft schweben, während sie zugleich der Komposition eine theatralische Erzählung verleiht, die gegen das typische Genre des Stilllebens verstößt. 

Quang Tran, geboren 15.11.1999, in Hai Phong, Vietnam studiert momentan an der HfBK Dresden in Deutschland. 

„In Vietnam habe ich ab meinem fünfzehnten Lebensjahr hauptsächlich autodidaktisch gearbeitet und mit siebzehn wurde ich an der Ho Chi Minh Kunst Akademie angenommen. Dort habe ich akademisch ein Semester lang studiert, bevor ich nach Deutschland kam. Nun arbeite ich in der Klasse des deutschen Malers Ralf Kerbach.

Mein größtes Interesse gilt den Ölfarben, meine Arbeit untersucht die Möglichkeiten dieses zweidimensionalen Mediums. Ich fokussiere mich auf die Darstellung der Menschlichkeit durch figurative Kunst. Mein starker Glaube an natürliche, organische Formen als etwas Grundsätzliches in der bildenden Kunst motiviert mich, die Grenzen der Malerei zu erforschen.“

Quangs Hauptziel in seiner künstlerischen Karriere liegt darin, eine figurative, organische Ästhetik zu entwickeln und diese – besonders im Zeitalter der Digitalisierung – zu bewahren.

Juliana Gutiérrez Wiest, geboren am 25.04.1998 in Kolumbien, lebt und studiert in München Kunst und Multimedia an der Ludwig-Maximilians-Universität München 

„Ein Traum, der sich intensiv und fast real anfühlt, aber an den es sich unmöglich zu erinnern scheint. Ein Traum, in dem alles irrationale Sinn ergibt und in dem sich unser Wesen ohne Einfluss der Außenwelt frei ausdrücken kann. Dort findet Juliana ihre Inspiration. Genau wie die Surrealisten wendet sie die Technik des automatischen Zeichnens an, Träume im noch halb bewussten Zustand zu zeichnen. Juliana kombiniert abstrakte Elemente, die die verschwommenen Erinnerungen an ihre kolumbianische Heimat verkörpern, mit präzise gemalten Skulpturen, die optisch an die europäische Klassik erinnern. Diese stellen die Menschen dar, die Teil unseres Lebens sind oder es beeinflussen. Einige mit mehr Intensität, andere nur leicht, schon fast in Vergessenheit geraten. Trotzdem ist/war jeder von ihnen von Bedeutung. Auch Träume prägen uns auf ähnliche Weise. An viele können wir uns nicht mehr erinnern, aber sie befinden sich dennoch in unserem Unterbewusstsein. Sie helfen uns mit Entscheidungen und gelegentlich liefern sie uns Antworten.“

Die Künstlerin Juliana Gutiérrez Wiest wählt nicht die klassische Leinwand als Malgrund, sondern Aluminium. Dieses Material macht das Kunstwerk lebendig, es nimmt Licht auf oder wirft es zurück. Mal scheint es heller, mal dunkler. Dieser Effekt trägt dazu bei, eine verschwommene Welt zu erzeugen.

In ihrem Kunst- und Multimedia Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität München lernte Juliana, die analoge Welt mit der digitalen zu verbinden. So erweckt sie ihre Kunstwerke durch eine Projektion zum Leben, mit dem Ziel, es dem Betrachter zu ermöglichen, immersiv in ihre Werke einzutauchen zu können.

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