Was sollte in meinen Lebenslauf als Künstler:in?

Sollte ich einen akademischen Abschluss haben?

Ein Abschluss an einer Kunstakademie kann verschiedene Vorteile bringen. 

Natürlich gibt es auch einige Künstler:innen, die als Autodidakten berühmt wurden. Allerdings haben auch diese Künstler:innen oft schon ein gutes Netzwerk an Personen in der Kunstbranche. Gerade diese Kontakte bekommt man an Kunsthochschulen und Universitäten. Dadurch, dass man sich oftmals auf Klassen von Profs bewirbt, kann man beeinflussen, bei wem man studieren möchte und ob die lehrende Person zur eigenen Arbeit gut passt. Man kann individuell gefördert werden und durch die Profs auch anderen Künstler:innen vorgestellt werden.

Isabell Sterner Isabell Sterner Bildende Kunst, Klasse Prof. Wilhelm Mundt (Bildhauerei), Hochschule für Bildende Künste Dresden

Außerdem beschäftigt man sich intensiv für mehrere Jahre mit Kunst und der ganzen Kunstwelt. Man lernt den Wert seiner Werke zu bestimmen, sein künstlerisches Handwerk zu verbessern und einiges über Kunstgeschichte. Man wird somit mit einer bestimmten Basis in die Kunstwelt entlassen, die einem sehr viele Vorteile bringen kann.

Maya Wiese Maya Wiese Kunststudentin der UDK Berlin

Welche Ausstellungen schreibe ich auf meinen Lebenslauf?

Bei der Vita geht es eher um Qualität als Quantität. Drei Ausstellungen beim Restaurant um die Ecke kommen oft weniger gut an, als eine Gruppenausstellung mit etwas bekannteren Künstler:innen. Es gibt viele Künstler:innen, die sich bei verschiedenen Ausstellungen ausprobieren, aber diese nicht unbedingt mit in den Lebenslauf schreiben. Es ist vollkommen in Ordnung, einige Ausstellungen wegzulassen, die man selbst vielleicht als nicht so wichtig empfindet. Wichtig ist eine Kontinuität, damit keine zu großen Lücken im Lebenslauf entstehen.

Einzelausstellungen sollte man separat von Gruppenausstellungen angeben.

Lukas Franz Zimmermann Lukas Franz Zimmermann studiert seit 2019 an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft.

Wie wichtig sind Kunstpreise?

Gewinn oder Nominierung im Rahmen einer Kunstpreisvergabe können vorteilhaft sein. Natürlich ist es wichtig, sich hier vorher zu überlegen, von wem die Preise gefördert werden und ob die Stiftungen zu einem passen. Und es gibt auch Künstler:innen, die erst sehr spät oder gar keine Preise erhalten haben, aber dennoch fantastische Künstler:innen geworden sind. Hat man aber Preise erhalten, so sollte man diese auf jeden Fall in die Vita schreiben.

Wie wichtig sind soziale Medien?

Internetpräsenz wird immer wichtiger. Viele bekannte Künstler:innen nutzen die sozialen Medien, um aktuelle Arbeiten zu zeigen oder neue Ausstellungen anzukündigen. Manchmal wird man auch über Instagram von Galerien entdeckt oder gefeatured. Es lohnt sich also, etwas Arbeit in die eigene Präsenz zu stecken und unter anderem gute Bilder auf Instagram zu haben oder eine eigene Website zu erstellen. 

Was auch immer gut ist, sind Zeitungsartikel, in denen man namentlich erwähnt wird. Wurde zum Beispiel eine Ausstellung durch die Presse dokumentiert, lohnt es sich diese auf den Lebenslauf zu schreiben.

Carl Kahl Carl Kahl ist Kunststudent der Alanus Hochschule Bonn

An sich sollte man das ganze nicht zu verkopft angehen, sondern sich immer fragen: Was repräsentiert meine Kunst und mich am besten? Hatte ich eine Ausstellung, die eigentlich nicht zu meiner jetzigen Arbeit passt? Dann sollte diese lieber nicht darauf. Habe ich eine Ausstellung, zu der ich viel erzählen kann und vielleicht sogar einige Artikel im Netz sind? Dann rein damit!

Suche dir deine Kategorie

Neuste Beiträge

Artacademy Online – Das A&O deiner Kunst

Artacademy online unterstützt dich in allen Bereichen, die du benötigst, um dir ein echtes Standbein mit Kunst aufzubauen. Wir unterstützen deine Kreativität und möchten dir zeigen, wie du so auftreten kannst, wie du es gerne möchtest. Authentizität, Kreativität und deine persönliche Entfaltung stehen hierbei immer im Vordergrund.

Weiterlesen »

Was sind Künstlerkollektive?

Das Wort des Jahres in der Kunstszene ist wohl „kollektives Arbeiten“ oder „Kollektive“. Spätestens seit der Documenta gibt es viele Debatten um das Konzept des Zusammenarbeitens im künstlerischen Raum.

Aber was steht eigentlich hinter dem Konzept eines Kollektives und welche vor und Nachteile birgt dieses?

Weiterlesen »

In Kunst investieren gegen Inflation?

Was würde passieren, wenn der Kunstmarkt plötzlich für alle Menschen zugänglich wäre? Investition in Kunst wäre nicht mehr nur bestimmten Personen vorenthalten, wertvolles Kulturgut würde nicht mehr hinter den Türen von Privatsammler:innen verschwinden, sondern einen Platz in der Gesellschaft erhalten.
In Kunst investieren sollte für alle zugänglich sein.

Weiterlesen »

Anzeige

Überall dort, wo es heiß hergeht!