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Was ist eigentlich der Künstlerfaktor?

Was ist eigentlich der Künstler/Künstlerinnenfaktor? Alle Kunststudierenden kommen irgendwann zu dem Punkt, wo sie überlegen müssen, wie sie den Wert ihres Kunstwerkes bestimmen sollten. Das ist aus mehreren Gründen nicht unkompliziert und gerade zu Beginn, oft mit großen Schwierigkeiten verbunden.

Seltsame Tage Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Bonn Julian Henning

Kunst ist kein Gebrauchsgegenstand

Zunächst einmal sollte man sich darüber bewusst werden, dass Kunst kein Gebrauchsgegenstand ist. Erscheint der Preis für ein Werk zunächst hoch, so ist dieser gemessen an der Zeit, an dem das Kunstwerk im bei dem neuen Besitzer existieren wird, wahrscheinlich doch eher niedrig.
Gebrauchsgegenstände haben meist eine bestimmte Zeit, in der sie genutzt werden können, gehen aber irgendwann kaputt und müssen ersetzt werden.

Baum der Träume Hannah-Sophia

Hängt man aber sein erstandenes Ölgemälde nicht gerade ins Bad neben die Dusche, so sollte dieses sehr viele Jahre erhalten bleiben. Es verliert also nicht an Wert und steigt im besten Fall sogar noch.
Man sollte sich also davon befreien, den Preis der Kunst mit Gebrauchsgegenständen zu vergleichen.

Pause - Unikat 7 Osnabrück - Universität, Kira Feiland

Zeit ist Geld?

Einige Künstler:innen rechnen auch mit ein, wie viel Zeit sie an einem bestimmten Werk gearbeitet haben.
Das kann ein gutes Maß sein, allerdings bedeutet viel Arbeitszeit nicht gleich ein herausragendes Werk. Manchmal sind auch schnelle Arbeiten besonders aussagekräftig und stark. Jede Künstler:in hat eine andere Arbeitsweise und man sollte vermeiden, sich zu sehr zu vergleichen.

Der Künstlerfaktor

Ein relativ gutes Konzept ist der Künstlerfaktor (Künstler:innenfaktor).
Die Formel lautet hier: Breite plus Höhe mal den Künstlerfaktor.
Dieser Faktor bezieht sich natürlich nur auf Bilder, nicht auf Skulpturen.
Der Faktor ändert sich im Laufe der Karriere. Man startet normalerweise mit dem Faktor 3 oder 4 und steigert diesen dann immer ein wenig.
Hat man also ein Bild, welches 80 cm breit und 100 cm hoch ist, und steht ganz am Anfang der Karriere, so ergibt sich folgende Formel:

80 + 100 × 3= 540 €

Diese Formel ist natürlich nur ein Vorschlag. Der Preis muss immer nach Gefühl gemacht werden und kann natürlich auch geringer oder höher sein.

Everyday 6 Hamburg - Hochschule für Bildende Künste Elizaveta Ostapenko

Bin ich mit dem Preis zufrieden?

Hat man allerdings unter einem bestimmten Faktor schon viele Werke verkauft und verkauft auf einmal wieder unter diesem Wert, so ist dies Strategisch nicht das beste. Man könnte an Glaubhaftigkeit verlieren.
Man sollte also hinter dem eigenen Preis stehen.
Natürlich kann man auf die Käufer:innen auch zugehen und zum Beispiel beim Kauf einer Serie etwas mit dem Preis heruntergehen.
Am Ende sollte man sich immer fragen: bin ich mit dem Verkaufspreis und mir im Reinen? Denn es ist wichtig, dass am Ende beide zufrieden sind – Käufer:in und Künstler:in.

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