Wie kann ich in Kunst investieren?

Was macht Studierenden Kunstmarkt eigentlich aus?

Studierenden Kunstmarkt ist eine Onlinegalerie, die ausschließlich Kunststudierende vertritt.  Die Studierenden laden hierfür ein Kunstwerk hoch, welches sie verkaufen möchten. Diese werden dann geprüft und sobald sie online gestellt sind, können sie direkt von der Website aus gekauft werden.  Die Idee dahinter ist die Unterstützung der Studierenden, die es gerade zu Beginn der Karriere schwierig haben, Bilder zu verkaufen, aber  natürlich ihre Materialien und das Studium finanzieren müssen.  Gleichzeitig sind die Gemälde von sehr jungen Künstler:innen für die meisten Menschen erschwinglicher, 80 % der angebotenen Bilder liegen unter 1000 Euro.  Somit machen wir die Kunst und Kultur für alle zugänglich, es wird möglich, sich originale Kunst zu leisten und gleichzeitig junge Studierende zu unterstützen in der Kunstwelt Fuß zu fassen. Für die Studierende ist das Verkaufen und Kontakte knüpfen ein essenzieller Lernprozess für die spätere Karriere und wir unterstützen sie darin so viel es geht. 

endless shores of time Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) Nina Louiza

Investition und Emotion - Wie entscheide ich, in welches Werk ich investiere? 

In Kunst zu investieren, hat sich bewährt und immer mehr Menschen wagen den Schritt in den Kunstmarkt. Zurecht, denn kaum eine andere Investition hat sich als so stabil gezeigt wie Anlagen in der Kunst. Durch Investitionen in den Kunstmarkt macht man sich unabhängig von der Volatilität des Aktienmarktes und hat nebenbei noch ein schönes Bild erworben. Kunstwerke besitzen sozusagen einen Inflationsschutz, da sie einen physischen Vermögenswert besitzen. 

Allerdings gibt es eine entscheidende Sache, bei denen sich die Geister scheiden. Die wohl schwierigste Frage beim Thema Investition in Kunst, ob man nur Bilder kaufen sollte, die einem gefallen, muss jede:r für sich selbst beantworten.  

Schließlich geht es bei Investitionen in den Kunstmarkt schon lange nicht mehr nur um die Schönheit des Bildes an sich.  

Wichtig ist, für sich selbst herauszufinden, wie man selbst zu dem Thema steht. Aber natürlich gibt es auch verschiedene Faktoren, an denen man sich orientieren kann und die Entscheidung erleichtern können.  

 

Wie investiert man in Kunst?   

Ein Kunstwerk ist keine abstrakte Aktie, die man lagern muss, sondern eine Anlage, die schon vor dem Weiterverkauf Freude spenden kann. Gemälde können Räume verändern, speichern Erinnerungen und gemeinsame Momente. Sie sammeln also auch an emotionalen Wert. 

Dies kann für die einen eine große Bereicherung sein, für die anderen sind das zwei Dinge, die nicht zusammengehören: Investition und Emotion.  

Allerdings bieten sich Gemälde auch toll als Erbstücke an, die man innerhalb der Familie weitergeben kann, man muss also nicht unbedingt zu dem Punkt kommen seine errungenen Werke zu verkaufen, sondern kann dies auch den nächsten Generationen diese Entscheidung überlassen. 

 

Verträumte Venus Goethe-Universität — Institut für Kunstpädagogik, Nazanin Raji

Möchte man die Entscheidung dann doch nicht so weit hinauszögern, kann man generell sagen, es gibt 3 verschiedene Möglichkeiten in Kunst zu investieren:

Man kann in sehr bekannte Künstler:innen investieren, dann benötigt man keine besonderen Kenntnisse, was aktuelle Trends betrifft, da es unkompliziert ist, den Bekanntheitsgrad herauszufinden. Was man allerdings dringend benötigt, ist ein hohes Budget. Man muss mit Minimalinvestitionen von ab 100.000 Euro rechnen. Dafür ist der Weiterverkauf relativ einfach, da immer genug Nachfrage besteht. 

Die zweite Möglichkeit ist eine Investition in unbekannte Künstler:innen. Hierbei ist es essenziell, sich gute Kenntnisse über Trends im Kunstmarkt anzueignen. Das Risiko ist leider sehr hoch, dass die Künstler:innen sich nicht im Kunstmarkt etablieren werden und somit sind auch die Wiederverkaufschancen sehr gering. Man braucht also das richtige Gespür und darf nicht allzu enttäuscht sein, wenn die Künstlerin nicht den erwarteten Aufstieg erhält. 

In aufstrebende Künstler:innen zu investieren, ist die 3. Möglichkeit. Hierfür benötigt man meist kein allzu großes Budget, gleichzeitig wird das Verlustrisiko deutlich gemindert. Da die Werke nicht am aktuellen Wert verlieren, gibt es fast keine Verlustchancen und dafür sogar eher die Möglichkeit, dass die Künstlerin/ der Künstler an Bekanntheit dazu gewinnt und infolgedessen die Werke an Gewinn zunehmen.  

Frühstück bei Tiffany Kolbermoor - Akademie der bildenden Künste Anna Hopfensberger

  Recherche und Wissen
:

Ein generelles Interesse an Kunst ist allerdings immer ein Vorteil.  

Recherche und ein gutes Gespür sind hier bedeutungsvoll. Viele Investoren lesen hierfür Kunstmagazin, gehen zu Galerien, Vorträgen und Führungen. Dies bedarf viel Zeit und Wille. 

Erich Reich, Galerist und Leiter der Plattform Studenten Kunstmarkt hat dazu einige Tricks, um die Recherche zu erleichtern. 

Erich, was ist dein Tipp zum Thema Recherche und Gespür für aktuelle Künstler:innen? Wie kann man herausfinden, wer gerade auf dem aufsteigenden Ast sitzt?   

Kenntnisse über die Künstler:innen, die man investieren möchte, sind das A und O im Kunstkauf. Das Geniale an der Plattform Studierenden Kunstmarkt ist, dass der Käufer:in genau diese Aufgabe abgenommen wird. Man muss nicht selbst anfangen zu recherchieren, denn die Plattform selektiert von ungefähr 300 Kunststudierenden die gefragtesten und wirtschaftsstärksten Künstler:innen heraus. Auf der Grundlage der Kategorie „Künstler:in des Monats“, wird die Künstler:in mit den meistverkauften Werken des letzten Monats vorgestellt. Durch die Kategorisierung erhält dann dieser schon bereits gefragte Künstler noch mal einen Boost und die Nachfrage erhöht sich.  

Beispiele hierbei sind Anna Hopfensberger, die seitdem wir sie vertreten bei der Stroke Art Fair und der XIIIth Florence Biennale vertreten war. Oder Toninho Dingl der 2021 bei der MISA Messe in St. Agnes, Galerie Johann König ausstellen durfte.  

 

Und dann kann man sich natürlich trotzdem noch entscheiden, welche der Kunstwerke einem am besten gefallen. Also ein Art Vorrecherche  betreiben, aber die Entscheidung am Ende nach Geschmack abschließen. Wie wichtig ist denn deiner Meinung nach der Gefallen am Bild? 

Vergleichen wir das ganze mal mit dem Aktienmarkt: Wenn man eine Aktie kauft, tut man das aus zwei Gründen: einmal, damit sie dir eine hohe Gewinnspanne erwirtschaftet und auf der anderen seit muss, aber auch das Unternehmen dahinter zu den eigenen Werten passen. Investiert man in ein Bild einer aufstrebenden Künstlerin, z. B. bei uns in die Künstlerin des Monats, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass das Investment gut ist. Aberunabhängig davon kann man auch zwischen allen aufstrebenden Künstler:innen eine Person auswählen, die einem besonders gefällt, denn hat man nicht zufällig gerade viel Stauraum, um Werke zu lagern, würde ich sagen, das allerwichtigste ist, dass einem das Bild und die Werte dahinter gefallen.  


Online Galerien wie unter anderem Studentenkunstmarkt sorgen für eine gute Übersicht von verfügbaren Werken. Durch verschiedene Filter wie z. B. Art des Kunstwerks, Kunsthochschulen und Namen der Künstler:innen kann man somit die Suchergebnisse beeinflussen und somit die eigene Ästhetik aber auch die Nachfrage der Werke beeinflussen.   Wenn man sich nun für ein Bild entschieden hat - ob es einem jetzt besonders gefällt oder nicht - worauf sollte man noch achten? 

Hintergrundinformationen zu den Künstler:innen sind oft entscheidend. Galeristen haben den persönlichen Kontakt zu den Künstler:innen und wissen Inside Informationen über die nächsten Ausstellungen, welche werke genau am gefragtesten sind und was man in Zukunft von Ihnen erwarten kann. Ich kann als Galerist noch mal entscheidende Fragen klären. 

Roko-Po Karlsruhe - Staatliche Akademie der Bildenden Künste Toninho Dingl

Man investiert in Lebensqualität:  

Am wichtigsten ist es also, die eigene Strategie zu wählen und dann innerhalb dieser Strategie darüber nachzudenken, welche Werke einen am meisten ansprechen und gefallen. So kauft man mit einer gezielten Strategie und hat trotzdem noch Platz für Vorlieben und emotionale Werte. 

Gefällt einem das Bild persönlich gut, machen auch die Hintergrundrecherchen viel mehr Spaß. Außerdem färbt die eigene Freude ab. Hängt das Bild zum Beispiel im Esszimmer, wird man von Besuchern oft darauf angesprochen und hat ein spannendes Unterhaltungsthema. Oder kauft man etwa ein großes Gemälde, welches man in die eigene Firma hängt, zeigt man die Werte und Ästhetik, die hier vertreten werden. Kunst vermittelt Offenheit und Kreativität. 

Man investiert in sozialer Hinsicht und in Lebensqualität, da man durch die Kunstwelt viele neue Themen und spannende Menschen kennenlernen kann. Somit spielt auch immer die Frage eine Rolle, wo das Gemälde hängen soll und welchen Zweck es erfüllen muss.  

 

Ein Gefallen und ein gewisses Interesse am Gemälde kann also den Prozess der Investition erleichtern und in einigen Bereichen notwendig sein. Allerdings gibt es viele Zwischentöne, bei denen man selbst entscheiden kann, welcher Weg für einen ganz persönlich am sinnvollsten erscheint. Und ob man nun ein Bild aus Gefallen oder Taktik kauf, eins ändert sich nicht: Der Kunstmarkt steigt rapide und es ist ein guter Zeitpunkt einzusteigen. 

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