Melissa Faltermeier: Zwischen Himmel und Wald

Melissa Faltermeier beschäftigt sich mit Naturmalerei. Erfolgreich verkauft sie ihre tollen Werke auf Studierenden Kunstmarkt. Hinter ihren Arbeiten stehen präzise Gedanken zur Technik und dem Farbgefühl. Im folgenden Artikel wird sie euch ihre Arbeitsweise näher bringen.

Übersteigerung von einzelnen Farben zugunsten der Stimmung:

Die Farben, die ich übersteigere sind meistens bei genauerem Hinsehen in der Natur zu beobachten. So spiegelt sich zum Beispiel die Farbe des Himmels auch in den einzelnen Gräsern oder Blättern der Bäume und beeinflussen auch die Schattenfarben der Landschaft. 

Verfremdung einzelner Farben:

Das Anliegen, die Farben in meinen Malereien zu verfremden oder auch Farben mit einzuarbeiten, die sich nicht durch die Beobachtung der Natur finden lassen, hat verschiedene Gründe. 
Der erste Grund ist persönliches Interesse. Es fordert mich heraus und macht mir Spaß verschiedene Farben, am besten möglichst gesättigt in ein Gemälde einzuarbeiten. Dabei besteht die Herausforderung, diese Farben sinnvoll zu verwenden, ohne dass diese unangenehm herausstechen. 

Verfremdung einzelner Farben:

Ein weiterer Grund ist die Möglichkeit Farbkontraste innerhalb von eher uninteressanten bzw. reizarmen Bereichen zu erzeugen. Der Blick des Betrachters schweift immer wieder u. A. zu starken Hell-Dunkel-Kontrasten, stark gesättigten Farben und Komplementärkontrasten. Dabei gilt es zu vermeiden, dass nur einige wenige Punkte die Aufmerksamkeit des menschlichen Auges erregen. Um also eher reizarme Bereiche in der Malerei für das menschliche Auge interessant erscheinen zu lassen, kann man an diesen Stellen fremde Farben einarbeiten oder auch die natürlich vorkommenden Farben übersteigern. 
Ein Beispiel dafür sind orange Lichter in den Gräsern einer dunkelblauen Abendlandschaft oder eine stark gesättigte rote Untermalung, die in verschiedenem Bereichen der Landschaft hervorblitzt.

Hinzukommt, dass sich Farben durch Komplementärkontraste gegenseitig zum Leuchten bringen. Acrylfarben können auch lasierend und nicht-deckend aufgetragen werden. Dies kann man sich zunutze machen, indem man die Landschaft in komplementären oder ganz anderen Farben untermalt. Die obere Schicht wird dann nicht-deckend aufgetragen. Dadurch scheint die untere Farbschicht immer wieder durch. Gemischte und flächig aufgetragene Farben wirken hier monoton. Durch das Untermalen und Lasieren wirkt der Bereich für das menschliche Auge interessanter. Die aufgetragenen Farben bringen sich oft gegenseitig zum Leuchten. Das ist das selbe Prinzip wie bei rot-braunen Grisaillen in der Landschaftsmalerei oder grünen Grisaillen in der Porträtmalerei. 

Prinzipiell lassen sich die meisten Farben verfremden, solange der Sättigungsgrad und der Helligkeitwert dem Naturvorbild nicht zu sehr abweichen. 

Malerei mit möglichst reinen Farben / Vermeiden von Brechnung der Farben wenn unnötig:

Damit die leuchtenden, übersteigerten oder verfremdeten Farben nicht aus dem Bild herausstechen, ist es häufig sinnvoll, die anderen Farben nicht mehr zu brechen / entsättigen als nötig. 
Ein voll gesättigtes neonpink in einer braun-grauen Landschaft glaubhaft halten zu können, ist deutlich schwieriger als dieses in einer eher gesättigten, leuchtenden Landschaft. 

Es lässt sich also zusammenfassen, dass ich mich in meinen Malereien am Naturvorbild bediene, die natürlich vorkommenden Farbsituationen übersteigere und versuche mich vom Naturvorbild zu lösen, indem ich die Farben verfremde. Das Ziel dabei ist es Licht- und Farbstimmungen zu erzeugen, die für das Auge reizvoll und interessant wirken. 

Zu Melissas Werken geht es Hier.

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