Porträtmalerei: Was steckt hinter dem Gesicht?

Denken wir an Portrait Gemälde, kommen uns zunächst die Werke der alten Meister in den Sinn. Allen voran das sagenumwobene Bildnis der Mona Lisa von Leonardo Da Vinci, das zeigt, welch eine besondere Anziehung von Portrait Gemälden ausgeht. Auch im Portfolio von Studierenden Kunstmarkt finden sich viele Portraits. Seit der Antike an, gehört die Portraitmalerei zu den Hauptthemen der Malerei. Wie haben sich also die Portrait Gemälde und ihre Bedeutung über die Zeit verändert?

Das solltest du über Portraits wissen

Phönix, Öl- und Öl-Stifte auf Leinwand, Anna Hopfensberger

Jeder kennt sie aus Museen oder alten Schlössern: die Ahnengalerie. Basierend auf dem Glauben, die Herrschaft der Adelsdynastien sei gottgegeben, war es damals gang und gäbe, sogenannte Standesportraits anzufertigen. Diese Portrait Gemälde sagten also viel über den Stand und den Rang der Familie aus und hatten eine repräsentative Funktion. Portrait Gemälde waren dadurch nicht für die breite Masse zugänglich, sondern ausschließlich namenhafte Personen sowie Adel und Königshäusern vorbehalten. Dadurch handelte es sich vorrangig um Auftragsmalerei. Mit der Zeit veränderte sich jedoch die Rolle des Portrait Gemälde und der künstlerische Wert rückte mehr und mehr in den Vordergrund. Im Laufe der Epochen veränderten die Porträts ihre Bedeutung und ihren Stellenwert.

Während der Renaissance im 15. Und 16. Jahrhundert entwickelte sich das Porträt langsam zu einer autonomen Bildgattung. Dazu trug die Entdeckung des Individuums zu dieser Zeit maßgeblich bei. Die Maler gewannen mehr und mehr an künstlerischer Freiheit – an der Botschaft änderte dies jedoch wenig. Noch immer ging es um die soziale Rolle der porträtierten Person. Oft glich dies einem Schauspiel, denn die Porträtierten zeigten sich in wichtigen Lebenssituationen und in entsprechend edler Kleidung und Schmuck, um den gewünschten Eindruck beim Betrachter zu wecken.

Defenestration 5, Sofia Efremenko, Acryl auf Leinwand

Das Selbstporträt

Dieses Phänomen spielt auch heute noch eine aktuelle Rolle – auf den sozialen Netzwerken teilen wir zwar keine Auftragsmalerei, legen aber dennoch großen Wert auf die Art, wie wir uns selbst präsentieren. Das führt uns zu einer weiteren wichtigen Art des Portrait Gemäldes: dem Selbstportrait. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Physiognomie und dem eigenen Wesen ist für viele Künstler Teil ihrer Arbeiten. Albrecht Dürer schuf das erste autonome Künstlerselbstbildnis Ende des 15. Jahrhunderts und legte damit den Grundstein für viele Künstler. In allen folgenden Epochen finden sich Selbstbildnisse, die nun zu den berühmten Portrait Gemälden zählen. Portrait Bilder wie die Selbstbildnisse von Vincent van Gogh, die alle zwischen 1886 und 1889 entstanden sind, erscheinen nach seinem Tod fast wie ein Tagebuch und ermöglichen einen intimeren Blick in die Welt dieses faszinierenden Malers. Portrait Gemälde können sowohl flüchtige als auch ausschweifende Projekte sein.

Der Schwimmer, Acryl auf Fotogrund, Lili Kretzschmar
Vaterliebe, Acryl und Glitzer auf Leinwand, Judith Blodig

Die Portraitmalerei

Portrait Gemälde haben ihren ganz eigenen Charme. Der tiefe Blick in fremde Gesichter löst immer wieder eine große Faszination aus. Kunstwerke wie „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Jan Vermeer oder „Adele Bloch-Bauer I“ von Gustav Klimt sind nur zwei Beispiele berühmter Portraits, die seit Jahrzehnten eine Rolle spielen. Es scheint fast so, als trügen sie ein Geheimnis in sich und jedem sei es frei, seine eigene Geschichte zu der abgebildeten Person zu spinnen. Im Idealfall spiegelt das Portrait nicht nur das Äußere einer Person wider, sondern auch die inneren Werte und das Wesen.

Gerade bei Selbstportraits der Künstler bekommt dies einen anderen, intensiveren Stellenwert. Als Betrachter erlangt man die Möglichkeit, sich noch näher mit dem Künstler auseinanderzusetzen. Zeit ihres Lebens hat die mexikanische Künstlerin Frida Kahlo eine große Anzahl an Selbsportraits gemalt, die einen tiefen Einblick in ihr Leben geben und den Mittelpunkt ihrer Werke ausmachen. Ein Leben, das von Schicksalsschlägen geprägt war. Einsamkeit und die Tatsache, dass sie sich selbst am besten kenne, waren der Grund für ihre zahlreichen Selbstbildnisse. Bei Frida Kahlos Arbeiten steht also nicht die Beschönigung ihrer eigenen Person im Vordergrund, sondern die radikale Verbildlichung ihrer eigenen Realität.

Buntstift auf Papier, Friederike Knapschinsky

Alte oder moderne Portrait Gemälde – das sind die Unterschiede

Ein altes Portrait Gemälde umgibt eine einzigartige Aura, aber auch moderne Varianten werden immer populärer. Die Portraitmalerei hat sich von der Auftragsmalerei weitestgehend verabschiedet und entfaltet sich neu – an Relevanz haben die Kunstwerke dadurch aber nicht verloren. Ganz im Gegenteil. Gemalte oder gezeichnete Portrait Gemälde sind ein beliebtes Objekt. Die Geschichte der Portraits zeigt die Entwicklung von der Auftragsmalerei hin zur Autonomie und bietet dadurch Raum für freie Entfaltung. Der wohl prägnanteste Unterschied alter und moderner Portraitgemälde ist somit die Intention.

Auch die verschiedenen Epochen tragen maßgeblich dazu bei, Unterschiede in Komposition und Farbgebung zu erkennen. Die zeitgenössische Kunst, bzw. die Gegenwartskunst liefert eine große Bandbreite an Portrait Gemälden. Durch die Kunstfreiheit, die in vergangenen Epochen oft eingeschränkt war, sind aktuelle Portrait Gemälde durch Vielfalt geprägt. Ob Selbsportraits, klassische Ölgemälde im Stil der Alten Meister, bunte Pop-up Kunstwerke oder abstrakte Arbeiten – jeder Künstler kreiert Portraits in seinem eigenen Stil, ganz frei von Regeln und Normen.

Portraits online bestellen

Das Portrait ist seit jeher ein beliebtes Motiv in der Kunst, besticht meist durch einen starken Ausdruck und ist daher sehr begehrt. Möchte man ein Portrait Gemälde kaufen, stellt sich zunächst die Frage nach dem „Wo“. Wer Portrait Bilder kaufen möchte, achtet vorwiegend auf eines: die Anziehung. Durch die Abbildung einer oftmals fremden Person auf dem Werk ist es besonders wichtig, dass die „Chemie stimmt“. Oft kann es lange dauern, bis man das Objekt der Begierde gefunden hat. Deswegen lohnt es sich, einen Blick auf die Online-Plattformen zu werfen. Ein Portrait online bestellen kann dort zu einer großen Schatzsuche werden.

 

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