Ölmalerei oder Acrylfarben – was sind die Unterschiede?

Ölmalerei und Acrylfarben sind die zwei großen Techniken in der aktuellen Malerei. Aber was sind die wichtigsten Unterschiede und worauf sollte ich beim Malen oder Kunst kaufen achten?

Ähnlichkeiten

Öl und Acrylfarben haben beide eine ähnliche Konsistenz und es lassen sich auch ähnliche Ergebnisse erzielen. Viele Maltechniken sind sowohl mit Öl als auch mit Acryl möglich.

Ölfarbe

Ölfarben brauchen sehr lange, um zu trocknen, meistens sogar Monate, bis sie ganz durchgetrocknet sind. Das ist ein großer Vorteil, wenn man gerne langsam arbeitet und im Nachhinein noch Details verändern möchte. Wichtig hierbei ist eine große Geduld und auch viel Platz um Ölbilder lagern zu können.

Bei der Ölmalerei ist es wichtig, wie das Bild grundiert ist. Auf eine Grundierung zu verzichten ist bei Ölmalerei meist eher schlecht. Der Stoff zieht die Ölfarbe ein und kann somit über die Zeit angegriffen werden und das beeinflusst natürlich die Qualität des Bildes.

Wer mit Öl malt, reiht sich in die lange Tradition der Malerei ein. Große Meister haben immer mit Ölfarben gearbeitet und sie gilt auch heute teilweise noch als „Die Königsdisziplin“ der Malerei.

Mit der Ölmalerei ist es möglich, eine große Bandbreite an Farbnuance zu nutzen, dazu kommt die hohe Farbbrillanz. Außerdem kann man durch zusätzliche Malmittel die Trocknungszeiten verändern und somit beeinflussen.

Arbeitet man zum Beispiel viel mit Terpententin, sollte man darauf achten genug zu lüften, da Terpentin gesundheitsschädlich ist.

Julia Hochbaum, Öl auf HDF-Platte, 2020 ,Stillleben, A5, 15 x15 cm

Acrylfarbe

Acryl dagegen trocknet innerhalb von 5 Minuten bis zu einer Stunde. Das Arbeiten wird sehr viel schneller und man kann nachträglich nichts verändern – dafür aber wieder übermalen, wenn man möchte.

Für Acrylfarbe gilt nur: Solange der Untergrund fettfrei ist, kann überall gemalt werden. Trotzdem lohnt sich auch hier eine Grundierung zum Beispiel mit Gesso, um den Leinwandstoff zu schützen.

Wichtig ist, sich immer zu informieren, welche Grundierung geeignet ist, denn sonst könnten Risse entstehen.

Acrylfarbe benötigt als Bindemittel nur Wasser und ist somit weitaus billiger als Öl. Zudem trocknet Acryl wasserbeständig und ist auch sehr viel länger lichtecht als Ölmalereien. Ebenso ist Acryl geruchsneutraler als Öl und weniger gesundheitsschädlich.

Öl und Acryl in Kombi

Künstler wie zum Beispiel Franz Marc haben zeitweise mit beiden Mitteln gearbeitet, mit Öl und Acrylfarbe. Hierbei gilt aber die Regel: „Fett auf Mager“, was bedeutet, dass Öl nur auf Acryl gemalt werden darf, nicht andersherum, da das Öl sonst nicht trocknen kann.

Leyla Kampeter, Niederbarnimstraße 1, 2020, Acryl, Kreide, Lack auf Leinwand

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Kauft man ein Ölgemälde, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es über eine große Zeitspanne an Farbechte abnehmen könnte. Das ist natürlich nicht garantiert und gerade die moderne Malerei beinhaltet sehr viel neue und gute Qualität. Trotzdem benötigt ein Ölgemälde etwas mehr Zuwendung als ein Acrylgemälde. Hängt man es in eine sehr sonnige Stelle, könnten die Farben auf die Dauer ausbleichen.

Bei einem Ölgemälde, dass erst vor einiger Zeit fertiggestellt wurde,  gibt es die Möglichkeit, dass es zwar den Anschein macht, komplett durchgetrocknet zu sein, aber da dies meist einige Monate dauert, benötigt es gerade zu Beginn einen sehr luftigen Platz an der Wand. Steckt man es in einen großen Rahmen hinter Glas, wird der Trocknungsprozess evtl. gehindert.

Bei Acrylmalerei muss man sich darum weniger Sorgen machen.

Welche Technik ist die bessere?

Dafür gibt es keine einheitliche Antwort. Jede Künstler:in muss das für sich selbst herausfinden. Am besten ist es die Methode zu wählen, die zum eigenen Arbeiten passt und sich darin dann zu vertiefen. Das ist ja das Schöne an der modernen Malerei, es gibt keine bestimmten Vorgaben mehr, welche Technik die beste sei.

Dorit Hilma Lösekrug, Sommer im Winter, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 140 cm
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