HOW-TO: Collagen selbst gestalten

Der Kreativität freien Lauf lassen klingt oft leichter, als es tatsächlich ist. Die Angst vor dem weißen Blatt Papier kennt wohl jeder, der selbst gerne kreativ arbeitet. Hat man also keine Idee, wo man anfangen soll, sind Collagen eine tolle Kreativtechnik, bei der nebenbei echte Kunstwerke entstehen können. Prinzipiell gilt, wie immer: Erlaubt ist, was gefällt! (Oder in diesem Fall: auf die Schere, fertig los…)

Nichts beruhigt mich so sehr wie das Blättern durch Zeitschriften auf der Suche nach tollen Motiven.

Heute wirds bunt! Seit meiner Teenie-Zeit sind Collagen meine Art der Meditation. Nichts beruhigt mich so sehr wie das Blättern durch Zeitschriften auf der Suche nach tollen Motiven. Da tollste an meinem liebsten Langzeit-Hobby: alle Collagen sind schön geworden, keine gleicht der anderen und alle haben eine ganz bestimmte Aura – ein bisschen wie ein visueller Tagebucheintrag. Auch Jahre später gefällt mir noch, was ich mit 16 auf meinem Kinderzimmerboden zusammengeklebt habe.
Meine Faszination und meine kleine kreative Routine für das Erstellen von Collagen teile ich heute mit euch.

1. Materialien suchen, finden und sammeln

Das Schönste am Collagenbasteln ist, dass alles, was man dazu braucht schon da ist. Neben Schere und Kleber sind alte Zeitungen, Magazine, Fotos, Kataloge oder Poster die beste Grundlage.

2. Was wird ausgeschnitten?

Eine Frage, über die man sich nicht allzu viele Gedanken machen sollte – alles, was man in irgendeiner Form ansprechend, schön, lustig oder skurril findet, kann sich für eine Collage eignen. Fotos, interessante Muster, Wörter, Buchstaben, – all das ergibt später das große Ganze. Der Prozess des Ausschneidens ist dazu noch sehr meditativ und intuitiv. Ihr könnt es Euch also richtig gemütlich machen, eine Tasse Tee einschenken und eure Lieblingsplatte auflegen. Damit ihr später mit den vielen Schnipseln nicht durcheinander kommt, empfiehlt es sich, zwei Stapel zu machen: „Müll“ und wertvolle „Schnipsel-Schätze“. Ob ihr die Motive ausschneidet oder reißt, ist euch überlassen. Hilfreich ist es auf jeden Fall genügend Platz zu lassen. Lieber grob und großzügig ausschneiden, denn der Feinschliff kommt später.

3. Das Gestalten der Collage

Der „Schnipsel-Schätze“-Stapel sollte nun reichlich gefüllt sein. Wie findet man in diesem Chaos nun die beste Komposition? Ausprobieren. Am besten verteilt ihr alle Schnipsel auf einer großen Fläche, damit ihr einen guten Überblick habt. Bestimmt fallen euch schon einzelne Motive ins Auge, die auf jeden Fall zusammengehören. Um das Format der Collage festzulegen, nehmt ihr euch ein weißes, dickeres Papier oder eine Pappe, auf der ihr nachher eure Collage kleben wollt. Entweder macht ihr aus allen Schnipseln ein riesengroßes Bild oder mehrere kleine Collagen.
 
Alle Schnipsel, die ihr nicht verwendet, könnt ihr natürlich in einer Mappe aufbewahren und so eure eigene kleine analoge Collagen- Schnipsel- Schätze- Datenbank zusammenstellen.
 
Habt ihr euch für ein Format entschieden, beginnt das Legen. Es gibt unendlich viele und tolle Variationen für eure Collage – Fluch und Segen. Habt ihr eine gute Zusammenstellung gefunden, wollt aber noch etwas anderes ausprobieren, macht mit dem Handy ein Foto, um euch später daran zu erinnern. Im Eifer des Gefechts fallen einem viele gute Ideen für die perfekte Kombination ein, die man gerne legen möchte. So schnell, wie man sie gelegt hat, so schnell hat man auch vergessen, wie alles vorher aussah. Der beste Tipp ist wie immer: hört auf euer Bauchgefühl und vertraut auf euren ästhetischen Blick.

Der beste Tipp ist wie immer: hört auf euer Bauchgefühl und vertraut auf euren ästhetischen Blick.

4. Der Feinschliff

Jetzt ist es Zeit für eventuelle Ausbesserungen. Passt etwas nicht ganz ins Format, ist zu groß oder zu grob ausgeschnitten? Alles was euch jetzt noch stört, könnt ihr in Ruhe anpassen, bis ihr vollkommen zufrieden seid.

5. Glue it, baby

Das sanfte Programm endet immer, wenn der Kleber ins Spiel kommt. Gerade wenn sich die Schnipsel überlappen, kann das Aufkleben knifflig werden. Ich verwende meistens einen ganz normalen Klebestift. Flüssigkleber ist für dünnes Papier meist zu wässrig und lässt sich nicht gut verteilen. Mit dem Klebestift können auch falsch platzierte Schnipsel nochmals abgezogen und neu geklebt werden. Natürlich braucht es dazu etwas Fingerspitzengefühl und eine gute Unterlage, aber mit dem richtigen Kleber ist im Nu alles an Ort und Stelle.

6. Schon fertig?

Nachdem alles getrocknet ist, ist eure Collage fertig. Nach Lust und Laune kann das Werk noch laminiert oder gerahmt werden.

TIPPS, TRICKS & ANREGUNGEN

Es gibt viele Möglichkeiten, um Eure Collage noch „präziser“ zu gestalten.
 
Digitale Nachbearbeitung: Meine Collagen scanne ich oft und gerne ein, um digital noch Dinge zu verfeinern oder Typografie hinzuzufügen.
 
Farbwelten: Sucht euch eure favorisierte Farbe aus und schaut gezielt nach Motiven, die eurem Farbspektrum entsprechen.
 
Muster: Auch eine Collage, die nur aus Mustern besteht, hat ihren Charme.
 
Weniger ist mehr: Auch Collagen aus nur 2 Schnipseln können einen großen Effekt haben.
 
Reißen: Gerissenes Papier hat im Gegensatz zu akkurat geschnittenen Rändern einen ganz eigenen Stil, mit dem es sich gut spielen lässt und der eine Dreidimensionalität erzeugt.
 
Gesichter: Aus Einzelteilen ein neues Gesicht kreieren? Bei Collagen kein Problem!
 
Typografie: Ganz im Stile des klassischen Erpresserbriefs lässt sich auch mit einzelnen Buchstaben und Wörtern etwas Tolles zaubern.
 
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Ich wünsch euch ganz viel Freude beim Gestalten eurer eigenen Collage!

Bis bald,

Katrin *

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Team B
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