Wie arbeite ich mit Pigmenten? Pt. II

Nachdem Lili euch letzte Woche das Kremer Pigmente Set für Ölfarben vorgestellt hat, widme ich mich heute den Aquarellfarben. Zwischen Ehrfurcht und Neugier habe ich mich auf völlig neues Terrain begeben, – die Welt der Pigmente hat mein Herz aber im Sturm erobert!

Durch Recherche nach alten Rezepten zur Herstellung von historischen Pigmenten bringt Kremer Pigmente längst vergessene Farben wieder ans Licht.

Kremer Pigmente

Das familiengeführte Unternehmen Kremer Pigmente, gegründet 1977, widmet sich seit über 40 Jahren der bunten Welt der Pigmente. Durch Recherche nach alten Rezepten zur Herstellung von historischen Pigmenten bringt Kremer Pigmente längst vergessene Farben wieder ans Licht – eine besondere Arbeit, die auf vielen Experimenten und hohen Qualitätsansprüchen beruht. Weltweit hat das Unternehmen glückliche Kunden in den Bereichen Denkmalpflege, Restaurierung und anspruchsvoller Malerei. 

Anspruchsvolle Malerei? Mein Stichwort. Als absoluter Laie in Sachen Pigmenten war ich wahnsinnig gespannt darauf, wie leicht oder schwer es mir fallen würde, meine eigenen Aquarellfarben herzustellen. Schon das Auspacken brachte aber ein Gefühl der Erleichterung mit sich: Das Set sieht nicht nur super aus, es beinhaltet auch schon alle essenziellen Utensilien, die es braucht, um mit den Pigmenten zu arbeiten. Aber wie funktioniert das Ganze nun? Gebrauchsanweisungen sind für mich oft ein absoluter Stimmungskiller, umso überraschter war ich, als mir die liebevoll gestaltete Anleitung in die Hände fiel. In kurzen einfachen Schritten sollte ich so mühelos ans Ziel kommen…

Schritt 1: die Vorbereitung

Wie schon erwähnt beinhaltet das Set alle wichtigen Materialien, empfohlen wird jedoch während des Arbeitens mit den Pigmenten eine Maske und Handschuhe zu tragen, für eine ausreichende Belüftung zu sorgen und nicht in Wohnräumen mit den Pigmenten zu hantieren. Wie ihr auf den Fotos erkennen könnt: An ein paar Dinge habe ich mich nicht genau gehalten… Durch sorgsames Arbeiten meinerseits kam es aber zu keinen ungewollten oder gar gefährlichen Zwischenfällen. Dennoch: solltet ihr selbst mit dem Set arbeiten, geht auf jeden Fall auf Nummer sicher! 

Mein kreatives Lager habe ich also auf dem Balkon aufgeschlagen und zunächst alles genau begutachtet.

Schritt 2: Pigmente und Bindemittel im Mörser vermischen

Jetzt wirds ernst! 1-3 Teelöffel Pigmente gilt es in den Mörser zu geben. Ein recht einfacher Schritt, dem natürlich die Qual der Wahl zuvorkommt. Welche der 3 Farben darf es sein? Oder soll ich sie direkt mischen? Ich habe mich vielleicht inspiriert von den Spritzen für Venezianischrot entschieden. Das Gummiarabikum wird mithilfe der Spritze hinzugegeben, davor muss man dieses aber im Wasserbad erhitzen, um eine flüssige Konsistenz herzustellen. Zusammen mit dem Bindemittel wird das Ganze vermischt, bis es die Konsistenz von geschmolzener Schokolade erreicht. Mithilfe von Mörser und Pistill gelingt das einwandfrei. 

Schritt 3: Farbe in Aquarellnäpfe geben

Mit einer Spritze nimmt man die Farbe auf und gibt sie in einen der Aquarellnäpfe. Eine wahnsinnig schöne Aufgabe, bei der man dem Ziel schon ganz Nahe ist. Wer direkt drauf los malen möchte, mischt einfach die Pigmente mit dem schon flüssigen Bindemittel. Verwendet man aber das Gummiarabikum um die Farbe im Aquarellnapf zu trocknen, für den heißt es erstmal warten. Am besten lässt man die Farbe über nacht trocknen. 

Dies sind die relativ einfachen Grundschritte, bei denen nicht viel schief gehen kann – auch wenn man nicht das optimale Mengenverhältnis genutzt hat, sind die Ergebnisse in den meisten Fällen immer verwendbar.

 In der Anleitung finden sich deshalb viele hilfreiche Tipps, um so schnell wie möglich das beste Ergebnis zu erzielen. Bilden sich beispielsweise Risse auf der Farbe, nachdem diese getrocknet ist, deutet das darauf hin, dass zu wenig Bindemittel benutzt wurde. Bleibt die Farbe jedoch auch nach langer Trockenzeit weich, klebrig oder glänzend, deutet dies darauf hin, dass zu viel Bindemittel enthalten ist. 

Am besten notiert man sich die genauen Verhältnisangaben von Pigment und Bindemittel, die man für seine Farben genutzt hat. Die genauen Hinweise und Rezepte dafür findet man auch in der Innenseite des Sets.

Mein Fazit

Die Arbeit mit den Pigmenten hat mir nicht nur für den Moment großen Spaß bereitet. Neue Dinge auszuprobieren ist absolut inspirierend und bereichernd. Das Kremer Pigmente „Set zur Herstellung von Aquarellfarbe“ ist liebevoll zusammengestellt. Alle Dinge, die im Set enthalten sind, zeugen von höchster Qualität und bieten die beste Basis für die Arbeit mit Pigmenten, – egal ob für passionierte Hobbykünstler:innen, studierte Künstler:innen, oder Newcomer:innen wie mich. Es ist also nicht überraschend, dass das Set den Creative Impulse Award 2020 erhalten hat und damit zum Produkt des Jahres gekürt wurde. Glückwunsch, Kremer Pigmente und danke, dass ihr die Welt mit euren einzigartigen Pigmenten ein wenig bunter macht. 

Ich hoffe, euch hat der Ausflug in die Welt der Pigmente gefallen! Falls ihr neugierig geworden seid und das Set vielleicht sogar selbst testen wollt:

Hier findet ihr das Kremer Pigmente Aquarellset und auf der Website von Kremer Pigmente noch viele andere tolle Produkte zum kreativ werden. 

Bis ganz bald,

Katrin*

Vielen Dank an Stella Musshafen für die tollen Fotos! 

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