Zwischen den Tönen – Künstlergespräch mit Drew Mazyck​

An einem sonnigen Tag im Frankfurter Stadtteil Rödelheim habe ich mich mit Drew Mazyck für ein Gespräch getroffen. Wir haben uns über alte und neue Wege, ruhige und bewegte Momente, Farben, Begegnungen, Musik und das, was dazwischen liegt, unterhalten.

Katrin: Hallo Drew, schön, dich an diesem sonnigen Tag zu treffen. Du studierst Kunst auf Lehramt an der Goethe-Universität hier in Frankfurt. Was hast du davor gemacht?

Drew: Neben der Kunst studiere ich auch Politik und Wirtschaft. Davor habe ich Soziologie studiert und auch schon in dem Bereich gearbeitet. Ich war also eigentlich schon mit der Uni fertig, habe aber 2019 entschieden, dass ich noch Kunst studieren möchte und das war eine gute Entscheidung.

K: Hast du vor dieser Entscheidung auch schon Kunst gemacht?

D: Ja! Ich habe verschiedene Sachen gemacht, aber die Malerei war mein Fokus und eine Möglichkeit, ruhige Momente zu finden. Mich hinzusetzen und ein bisschen zu malen, auszuprobieren, — das war ein entspannendes Hobby.

K: Ist es das immer noch? Ist es immer noch ruhig und besteht deine Kunst immer noch nur aus ruhigen Momenten?

D: Das ist eine gute Frage. Einerseits ja, und ich gebe mir auch Mühe, dass es so bleibt. Es ist wichtig, dass ich Neues ausprobiere bezogen auf die Malerei. Das hilft, damit der Prozess nicht zu funktionale Züge bekommt. Ich versuche mir das Forschende, Ausprobierende und Experimentierende zu bewahren. Das ist wichtig für mich, bedeutet gleichzeitig aber auch Arbeit. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich merke: „Okay das funktioniert, das mach ich jetzt so weiter“ und dann ist es manchmal schwer, etwas anderes auszuprobieren.

K: Eine Entwicklung, die dich stetig begleitet und das sieht man auch in deinen Werken. Ruhige Momente, so würde ich die meisten deiner Bilder auch beschreiben, vor allem was die Farbgebung angeht. Siehst du das genauso?

D: Ja, auf eine Art. Gerade ist es so, dass ich ein wenig changiere. Es gibt Bilder, da ist viel Bewegung drin. Die sind mit dickerem Farbauftrag und in Momenten entstanden, in denen ich schnellere Musik gehört habe und die einfach bewegtere Momente widerspiegeln. Es gibt aber auch die Bilder, die super sanft sind. Es hängt viel mit dem Moment zusammen. Ich höre immer Musik dabei. Manchmal ist es experimenteller Free Jazz, der schneller wird und dadurch auch zu schnelleren Bewegungen führt, daraus entstehen dann auch bewegtere Bilder. Ich höre auch super gerne Ambient-Stücke, ganz langsame, reduzierte Musik ohne Beat, da entstehen dann eher die sanfteren, wärmeren und weicheren Bilder mit viel Wasser. Ich arbeite mit Acryl, da ist dann viel mehr Wasser mit in der Farbe.

K: Also könnten wir jetzt anhand deiner Bilder mutmaßen, welche Musik du gehört hast?

D: (lacht) Das kann man machen, das ist eine interessante Idee. Wenn ich eine Arbeit bei Instagram poste, steht auch oft dabei, welcher Künstler oder welcher Song mich während des Malens begleitet hat. 

K: Das habe ich gesehen und mir auch angehört. Es ist ja eh so, dass sich Musik, Kunst, Fotografie, Theater, Tanz, also alle kreativen Richtungen so schön miteinander verbinden lassen bzw. schon miteinander verbunden sind.

D: Ja, das gehört total zusammen. Es gibt eine Band, „Puma Blue“, ohne die wäre das, was ich so mache, nicht das gleiche.

K: Weiß die Band das?

"Es geht mir mehr um die Situation, in der das Bild entsteht als um das, was danach rauskommt."

D: (lacht) Ich glaube eher nicht. Aber ich habe unglaublich viele Bilder mit ihren Alben gemalt und meine Malerei wäre nicht die gleiche ohne diese Musik. Es gehört einfach zusammen. Diese Musik macht was mit mir. Es geht mir mehr um die Situation, in der das Bild entsteht als um das, was danach rauskommt. Das möchte ich mir bewahren. Und zu der Situation gehört eben auch die Musik.

K: Das klingt nach einem fließenden Arbeitsprozess. Ich habe versucht, die Farben, die du verwendest, zu greifen. Für mich sind das eher Zwischentöne, die nicht komplett strahlend oder komplett zurückgenommen sind, sondern wie ein Zwischenlicht erscheinen. Dadurch sind die Bilder nicht aufdringlich, sondern ziehen den Betrachter in das Bild hinein und umarmen ihn fast. Man denkt, man hat eine Form erkannt, kurz danach ist man sich dessen aber gar nicht mehr so sicher. Man kann viel darin sehen, was wahrscheinlich gar nicht deine Intention ist, der Sache eine Form zu geben oder eine Geschichte zu erzählen. Ist das so?

D: Ich finde es richtig spannend, wie du das sagst. Das zeigt mir, dass du es auf eine schöne Art beobachtet hast. Ich hab das selbst noch nie so in Worte gefasst mit den Zwischentönen, aber ich finde, das ist eine schöne Beschreibung. Das „Im Zwischen“ spielt auf jeden Fall eine Rolle und es ist mir wichtig, dass es ein Teil meiner Bilder ist, — dass sie nicht so konkret greifbar sind, was Form und Farbe angeht. Vielleicht kommt das mit den Zwischentönen daher, dass ich wirklich immer mische. Das Farbenmischen ist ein wichtiger Teil, durch den ich ins Ausprobieren komme.Ich mag es, auf etwas zu stoßen, was ich so noch nicht gesehen habe. Es gab auch schon Momente in denen ich dachte „Es ist so frustrierend, dass es schon alle Farben gibt“.

K: Das kenne ich, das denke ich auch oft. In der Musik habe ich eher das Gefühl der unendlichen Möglichkeiten, bei Farben ist das ja eigentlich auch so. Deswegen ist der Prozess des Mischens ja das Spannende. Du findest selbst deine Farbe, die vielleicht auch zu deiner Musik passt. Passiert das bewusst?

D: Ich denke, das passiert automatisch, ich mache das gar nicht so bewusst. Wenn ich mit einem Bild anfange, nehme ich mir aus dem Regal eine Farbe, die ich gut finde, die sich in dem Moment ergibt, da denke ich nicht lange nacht. Ich nehme die erste Farbe, dann noch eine und vielleicht noch eine und dann mische ich. Das passiert alles intuitiv.

K: Zum Glück!

D: Genau. Ich würde sagen, das habe ich mir durch die Zeit so erarbeitet.

K: Das geht in einen über, wenn man das häufig so macht oder?

D: Ja. Genau. Mittlerweile habe ich – und es ist total schön, das zu bemerken – ein Vertrauen, dass alles, was ich so mache, seine Richtigkeit hat. Und das bezieht sich auf eine Farbe, die ich mische, auf eine Form, aber auch auf ganze Bilder. Es kommt vor, dass ich Bilder male, mit denen ich einfach nicht so zufrieden bin, das ist aber auch ein wichtiger Teil des Prozesses. Auch ein Bild, das nicht seinen Weg in die Öffentlichkeit findet, ist ein Teil davon. Es ist schön, dieses Verhältnis dazu zu haben. Das ist was Neues, das mich das Kunststudium gelehrt hat, dass ich alles als Teil davon sehe. Alles hat seinen Platz und ich bin glücklich damit.

K: Du arbeitest ja auch mit Kindern zusammen. Zeigst du ihnen deine Werke? Ein kindlicher Blick ist ja auch anders als der eines Erwachsenen, der versucht, sich etwas zu erschließen oder zu analysieren? Kinder sagen einem dann auch ehrlich und frei heraus, wenn ihnen etwas nicht gefällt.

D: Ich hatte vor einer Weile Bilder in einem Café hängen, dann kam eine Frau mit ihrem Kind und ich habe den Jungen gefragt, wie ihm das Bild gefällt und er meinte „weiß ich nicht, sind einfach so Farben, sieht jetzt nicht so cool aus“. Das war total ehrlich und schön zu hören.

K: Man sieht Sachen ja auch so, wie man selbst ist, und so betrachtet jeder auch deine Werke mit anderen Augen.

D: Das ist gut gesagt. Was ich sehe in einem Bild, sagt mir auch viel über meine Perspektive.  

K: Absolut. Aber dennoch ist es auch ein Dialog zu dir als Künstler, — indem du deine Sachen zeigst, trittst du in einen Dialog.

D: Oh ja, das war in der Ausstellung in Leipzig so toll. Ich hatte so viele spannende Unterhaltungen und Momente mit den Leuten vor Ort und hätte nicht damit gerechnet, dass das so viel mit mir macht. Die Leute, mit denen ich über meine Bilder gesprochen habe, hatten so ein vorsichtiges, liebevolles und  sorgsames Verhältnis zu meinen Bildern und waren dabei so unbedarft auf eine ganz besondere Art.

K: Wie schön auch für die Besucher, dass sie dich dort getroffen haben und einen direkten Austausch mit dir hatten. Du postest deine Werke auch bei Instagram, — ich bin ganz nach unten gescrollt auf deinem Profil. Dein erstes Bild ist ein Foto von einer Toilette und das zweite eine Grafik über Mülltonnen! Da musste ich schmunzeln, denn so hat Instagram ja irgendwie bei jedem angefangen, so unbedarft.

D: Ich habe mir meinen Account 2017 angelegt, die Toilette und die Grafik habe ich im Urlaub gesehen und fand die Motive einfach lustig. Am Anfang wollte ich einfach Momente fotografieren, die ich irgendwie witzig und spannend fand. Damit hab ich dann irgendwann aufgehört und hatte 3 Jahre, in denen ich gar nichts gepostet habe und habe dann irgendwann angefangen, meine eigenen Bilder zu posten, das war auch ein wichtiger Schritt.

K: Wenn du ein Werk über Studierenden Kunstmarkt verkaufst, trittst du mit den Leuten, die es kaufen, auch in Kontakt?

D: Mir ist es wichtig, dass ich den Leuten, die ein Bild von mir kaufen, noch etwas zu dem Werk in einem kleinen Brief beilege. Klar, die Bilder sind für die Leute vielleicht auch einfach nette Bilder, ich finde die ja auch selbst schön, aber sie sind auch Zeugnisse von Situationen, und das Gefühl gebe ich auch gerne mit. Ich habe mich dazu entschieden, dass ich diese Teile von mir nach außen weitergebe an andere, auch wenn es manchmal nicht so leicht ist. Es gibt Bilder, denen ich schon sehr nahe bin. Deswegen ist es mir umso wichtiger, noch etwas mehr als nur das Bild an die Person zu senden.

K: Es ist eine total schöne Vorstellung, dass du etwas an „fremde“ Leute gibst, das dann bei ihnen zu Hause oder wo auch immer hängt und sie eine enge Verbindung dazu haben. Du gibst was in die Welt, das im besten Fall ewig da ist. Etwas, das eine lange Reise geht.

"Es gibt Bilder, denen ich schon sehr nahe bin. Deswegen ist es mir umso wichtiger, noch etwas mehr als nur das Bild an die Person zu senden."

D: Ich habe ein paar Bilder verkauft und weiß gar nicht, in welchen Situationen die jetzt eine Rolle spielen. Vielleicht gab es bei Leuten zu Hause schon Partys und jemand fand die Bilder gut und es fand ein Austausch darüber statt. 

K: …oder jemand hat Bier darüber geschüttet.

D: Ich hoffe nicht, und wenn doch, hoffe ich, dass es jetzt noch cool aussieht. Sie sind auf jeden Fall Teil von Situationen. Ich habe Bilder an ein Paar aus Leipzig verkauft, die mir erzählt haben, dass sie damit beginnen, ihre gemeinsame Wohnung einzurichten. Es war schön zu merken, dass ich mit meiner Arbeit Teil von etwas bin.

K: Ihr seid jetzt miteinander verbunden.

D: Ja, wir sind irgendwie zusammen gekommen. Ich habe auch ein Bild an jemanden verkauft, dessen Frau bei mir noch ein Bild für ihn zum Geburtstag gekauft hat. Das war ein beeindruckender Moment zu merken, dass Leute meine Arbeit als Geschenk an jemanden anderen geben, dass es Ausdruck von Zuneigung ist, ein Beitrag zu einer Beziehung. Das war sehr rührend.

K: Ich habe ein Bild von dir gesehen: „ORO“ … 

D: „Orrrro“ 

K: ich kann das R nicht rollen. RRRR!

D: Ohja, du kannst es echt nicht! Die Zunge muss weich sein.

K:ORO“ ist komplett schwarz und der Titel steht auf dem Bild. Das ist für mich herausgestochen und hat mich auf eine ganz andere Weise berührt. 

D: Wie denn?

K: Es war ein bisschen, als würde ich einen Hitchcock-Film sehen, eher szenisch. Was bedeutet „Oro“? (zum Werk)

D: Es heißt unter anderem „Gold“, aber das war nicht der Sinn dahinter. Es ist ein sehr wichtiges Bild für mich. Während des Lockdowns habe ich angefangen, mit Collagen zu experimentieren, ich mache auch ein bisschen Fotografie, aber eher dilettantisch. Irgendwie bin ich dadurch auf Collagen gekommen, mit einem roughen, unsauberen Stil, etwas wirr. Etwa im Stil meiner Malereien. Es ist ein Bild, das sehr stark zu mir spricht und was sehr Erzählendes hat, ohne eine konkrete Geschichte zu erzählen. Was dir erzählt wird, hängt mit dir zusammen, oder wie du das Erzählende auf dich wirken lässt. Ich finde, es hat etwas Episodisches, Szenenhaftes und Schemenhaftes.

K: Daher wohl meine Assoziation zu Film.

D: Es gibt eine Sache, die mir noch aufgefallen ist, während ich das Bild gemacht habe. Während der Zeit habe ich mit einem Kumpel einen Film gedreht und bei dem Dreh auch selbst Set-Fotografien gemacht. Eines der Bilder habe ich ausgedruckt und es ist nun Teil der Collage. Bei „Oro“ kommen alle verschiedenen Dinge auf eine Art zusammen. Ich habe auch in der Zeit Bilder von mir fotografiert und daraus einen Stop-Motion-Film gemacht. Das war großartig, weil da noch mehr das Prozesshafte unterstrichen wurde. Alles was ich mache, ist immer nur ein Schritt. Ich hatte früher mehr den Anspruch, alles perfekt zu machen, gerade als ich Soziologie studiert habe. Alles musste auf den Punkt und perfekt sein. Durch das Kunststudium und diese Art zu arbeiten ist für mich eine neue Perspektive entstanden: Alles ist immer nur ein Schritt und es ist okay, wenn es nicht perfekt ist. Durch die einzelnen Schritte bin ich in Bewegung. Es geht nicht darum, ein Produkt zu machen, dass einen perfekten Abschluss findet. Ich liebe es, das als Teil eines Prozesses zu betrachten, das macht es für mich auch leichter. Ich hab dadurchein viel fehlertoleranteres Verhältnis zu mir selbst. Der Druck, den ich mir mache, wird weniger. Ich kann das, was ich tue, immer noch wertschätzen, auch wenn es kein perfektes Produkt ist. Ich kann es als Teil von was Größerem wertschätzen, der noch nicht abgeschlossen ist. Auch die Pausen, in denen ich nicht an der einer Sache arbeite, nicht male, sind wichtig für meine Malerei. 

K: Alles was man aufnimmt und über den Tag, bewusst oder unbewusst, schwingt ja immer mit. Man ist ständig dabei zu verarbeiten, die ganze Zeit, man ist immer an.

D: Genau. Alles, was ich tue, wird seinen Sinn gehabt haben.

K: Du drehst auch selbst Filme, einen hast du mir gezeigt: „Our Narratives“

Das „Im Zwischen“ spielt auf jeden Fall eine Rolle und es ist mir wichtig, dass es ein Teil meiner Bilder ist, — dass sie nicht so konkret greifbar sind, was Form und Farbe angeht.

D: Filme sind eine ganz andere Art zu arbeiten. Der erste Film war eher ein Versuch, ein Ausprobieren. Beim zweiten Film, dem Interview, habe ich noch viel mehr im Nachhinein gemacht und es bei Festivals eingereicht. Es wird ein ganz wichtiger Teil von meiner Identität behandelt. Es geht um schwarze Hautfarbe und schwarze Identität in Deutschland. Da merke ich auch bei mir selbst, dass diese Art von künstlerischem Prozess gerne sehr konkret sein darf. Anders als bei der Malerei. In dem Projekt ist noch viel offen und es bietet Raum, dass jeder etwas Eigenes daraus ziehen kann, ist aber dennoch viel konkreter. Film ist sehr viel mehr technische Arbeit, weniger intuitiv und ein langwieriger Prozess. Letztes Jahr habe ich den Film gedreht, dann kamen später erst die Illustrationen. Insgesamt hat es 1,5 Jahre gedauert für einen 10-minütigen Film. Jetzt findet er seinen Weg auf Festivals. Mal sehen was daraus entsteht Währenddessen hab ich mir oft gedacht „ich mach das nie wieder“, weil es eben auch harte Arbeit ist.

K: Weil viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, die du in Einklang bringen musst. Kannst du noch mal erzählen worum es genau geht?

D: Es ist ein Interview, in dem es um die Herausforderung, aber auch um die schönen Seiten des Lebens als schwarzer Mensch in Deutschland geht. Das ist der Inhalt. Ich würde gerne in diese Richtung weiter arbeiten. Film ist dafür auch genau das richtige Medium für mich.  Es gab Momente, in denen dachte ich, ich mache das nie wieder, und andere, da fühlte es sich eher danach an, die Malerei erst mal ruhen zu lassen. Das kann auch passieren. Ich weiß es gerade nicht. 

K: Ich denke, du musst es auch nicht wissen. Vielleicht wirst du auch Performance-Künstler?

D: Fände ich auch cool! Ich finde Performance Kunst an sich schon ein sehr tolles Medium, wenn es ehrlich gemacht wird. Man arbeite mit dem eigenen Körper, der eigenen Aura und Energie. Der eigene Drang, das spielt ne große Rolle. Ich hatte noch keine Berührung damit, aber ich glaube, ich wäre ein hervorragender Performance-Künstler (lacht). Vielleicht ergibt sich das noch durch das Studium. Ich wusste auch nicht, dass mein Studium zu dem wird, was es jetzt ist. Malerei war schon das, was ich am meisten und längsten gemacht habe, es gab aber auch Phasen, in denen habe ich viel gezeichnet — Film und Musik mache ich auch gerne.Ich habe mich auch erst dieses Semester dazu entschieden, meine Bilder zu verkaufen und weniger in meinem Beruf als Lehrer zu arbeiten, um mehr Zeit für die Kunst zu haben. Vor 1,5 Jahren wäre das noch ein total absurder Gedanke gewesen.

K: Würde es dir fehlen nicht mehr als Lehrer zu arbeiten?

D: Ja, ich liebe die Arbeit mit den Kindern, die sind super, das ist eine andere Art von Arbeit. Es ist schön mit ihnen in Kontakt zu kommen. Wie schon gesagt, habe ich ihnen ja auch Sachen von mir gezeigt aber nicht viel.

K: Die Kinder finden das bestimmt total spannend, oder?

D: Teilweise… manches fanden sie cool, aber es gab auch Sachen, die haben sie gar nicht interessiert. Der Unterricht, den ich mache, ist sehr frei, ich nutze den Unterricht dazu, dass sie selbst miteinander und mit sich selbst in Berührung kommen über das Medium Kunst. Sie sollen forschen, entdecken, ausprobieren, experimentieren. Sie sollen entdecken, was sie machen können und von sich selbst überrascht werden. Es ist spannend, dabei zu sein und zu sehen, was dabei raus kommt. Das ist oft überraschend.

K: Und selbst sind sie bestimmt auch überrascht!

D: Es ist einfach schön, Passionen zu wecken. Für mich ist auf jeden Fall klar, dass ich diese Arbeit weiter machen möchte, auch wenn oft thematisiert wird, dass das Lehrersein nicht optimal für den Kunstmarkt ist. Was solls. Ich habe jetzt die Erfahrung gemacht, mit Leuten zu sprechen, denen meine Bilder gefallen, das ist schön. Die Arbeit als Lehrer ist auch schön. Ich würde nicht sagen, ich änder was daran, um dem Kunstmarkt zu entsprechen,

K: Jeder geht den Weg, der führ ihn gut ist. Wenn das für dich so gut ist, ist das doch das Schönste überhaupt.

D: Genau. Jetzt haben wir voll den runden Moment oder?

K: Finde ich auch. Danke für das tolle Gespräch.

D: Da waren für mich auch spannende Momente dabei. Das hat mich auch auf Neues gebracht.

K: Das freut mich und vor allem freue ich mich auf alles, was wir bald von dir sehen und hören werden. 

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